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Der jährlichen Bürgerinformation rund um die Gemeinde Jettenbach war eine spärliche Anzahl Bürger gefolgt. Wenn man die Gemeindevertretung, die zu ehrenden Schüler und Studierenden sowie deren Angehörige wegrechnet, waren es nur zwei Dutzend Interessierte, die sich eingefunden hatten. Für überdurchschnittliche Leistungen bei Bildungsabschlüssen gab es reichlich Lob und Anerkennung der Bürgermeisterin Maria Maier. Die Geehrten bekamen etwas Naschwerk. Die versehentlich in der Verwaltungsgemeinschaft liegen gebliebenen Präsente werden zeitnah nachgereicht. Das Foto zeigt (von links): Zweiter Bürgermeister Franz Wieser mit den Geehrten Mia Kufner, Marcel Lang, Magdalena Gottwald und Florian Kobus sowie Bürgermeisterin Maria Maier.
Ein aufbereitetes Zahlenwerk präsentierte Bürgermeisterin Maria Maier den aufmerksamen Zuhörern. Jettenbachs Haushaltsvolumen wurde mit 2,52 Millionen Euro beziffert. Dieser weist 1,57 Millionen Euro im Verwaltungshaushalt und 952000 Euro im Vermögenshaushalt aus. Größter Posten mit 517000 Euro auf der Einnahmenseite ist der Anteil an der Einkommensteuer. Weitere Schwergewichte bei den Einnahmen sind mit 294900 Euro die Schlüsselzuweisungen, die Gewerbesteuer mit 159800 Euro und die Betriebskostenförderung in Höhe von 105000 Euro. Auffällig waren auf der Ausgabenseite die Kreisumlage mit 432900 Euro und die Personal- und Verwaltungskosten in Höhe von 439900 Euro. Die Gemeinde konnte die Pro-Kopf-Verschuldung auf 149 Euro senken und liegt mit diesem Wert passabel im Vergleich zu den umliegenden Kommunen.
Die Auslastung des Gemeindekindergartens liegt bei nahe 100 Prozent. Einem Gemeinderatsbeschluss zufolge sind aus dem einst geplanten Mehrfamilienhaus mit zu vermietenden Wohnungen, vier Doppelhaushälften geworden. Die Flurnummern 267/18, 267/33, 267/34 und 267/35 befinden sich derzeit in einem Vergabeverfahren für die vorhandenen Kaufinteressenten. Aus den Reihen der Bürger kamen einige Einwände zur Beschaffung des gemeindeeigenen Kleintransporters. Sachlich und souverän erklärte Maria Maier den Sachverhalt und die Notwendigkeit hierfür. Auch ging sie auf die Veränderungen der Kläranlage ein. Die Verkürzung der Klärbecken beeinflusse die Funktionstüchtigkeit nicht und schaffe Raum für einen geplanten Bauhof auf dem Gelände an der Apolloniastraße.
Uta Marschmann bat die Bevölkerung, die Gelben Säcke der Firma Duales System Deutschland künftig nicht mehr auf den Boden zu stellen. Den inzwischen rar gewordenen Igeln werden die Müllsäcke zum tödlichen Verhängnis. Mit Unrat zugemüllt und durch Randale beschädigt wird seit Kurzem der im Zentrum Jettenbachs gelegene Mehrgenerationenplatz. Die Gemeinde bittet, entsprechende Beobachtungen ans Ordnungsamt weiterzugeben. Eine Anhäufung von Rattenbefall im Dorfgebiet machte es notwendig, einen professionellen Schädlingsbekämpfer zu engagieren. Das Ordnungsamt weist darauf hin, Essensreste nicht einfach auf dem Kompost oder in den Gärten zu entsorgen. Dieses Verhalten lockt die ungeliebten Nager förmlich an. Die Schädlingsbekämpfung geht in jedem Fall zulasten der Grundstückseigentümer. Elvira Schreiner, einstige Kreisrätin, hinterfragte die Planungskosten der Firma Behringer für die Bahnbrücke nach Schrottwinkel. Eine kostspielige Sanierung der über 100 Jahre alten Bahnüberquerung ist in Zukunft unabdingbar und ein mächtiger Klotz am Bein der Gemeinde. Jakob Bichler aus Oberhöhenberg plädierte für eine regelmäßige Wartung der asphaltierten Straßen im Ortsgebiet. Eine Vernachlässigung würde im Nachhinein mehr Kosten verursachen als die überschaubaren Wartungsarbeiten.
Von den großspurigen Versprechungen der Bundes- und Landespolitik kommt in Jettenbach unterdessen nichts an. Die digitale Erschließung oder gar "Breitband für alle" scheint in der kleinsten Landkreisgemeinde in immer weitere Ferne zu rücken. Markus Schmidinger, Breitbandpate der Verwaltungsgemeinschaft Kraiburg, Taufkirchen und Jettenbach berichtete von seinem Kampf gegen die Windmühlen der Breitbandförderung. Ständig neue Förderprogramme, mit immer abstrakteren Bedingungen, scheinen einen Anschluss schier unmöglich zu machen. Seit dem Jahr 2015 füllt die Gemeindevertretung Förderanträge aus, holt Gutachten und Machbarkeitsstudien ein und investiert Zeit und Geld, um die Bürger Jettenbachs digital zu versorgen. Was mit einem Förderbescheid im Jahr 2017 in Höhe von 217718 Euro noch vielversprechend war, wurde noch im selben Jahr abgeschmettert. Jettenbach erfüllte die geforderten Kriterien nicht, weil über einen Anbieter der Ortskern bereits mehr oder weniger versorgt wird. Höfebonus, Bayerische Gigabitrichtlinie, diverse Markterkundungen sowie eine direkte Kontaktaufnahme zum Bundestagsabgeordneten Stefan Mayer brachten kein positives Ergebnis. Von der Politik im Stich gelassen und digital abgehängt, wird die ländliche Bevölkerung allein gelassen, beschwerte sich Schmidinger.
Hinzu kämen die Kräfte des Wettbewerbes der Netzversorger. Den scheinbar letzten Lebensfaden hat nun die Deutsche Telekom abgeschnitten. Im Interessensverbund der Stadt Waldkraiburg, der Marktgemeinde Kraiburg und Jettenbach, die sogenannten Randgebiete zu erschließen, reagierte der Digitalriese Telekom mit der Entscheidung, Waldkraiburg nun doch erschließen zu wollen. Das Ergebnis dieser Entscheidung bedeutet letztendlich: Der Großkonzern schnappt sich das Sahnehäubchen, und in Jettenbach gehen die digitalen Breitbandlichter augenscheinlich niemals an. Die sich ständig ändernden Förderbedingungen greifen meist nicht für die Inngemeinde, oder für die Netzbetreiber ist das nötige Investment unrentabel. "Wir bleiben trotzdem am Ball", sagte Schmidinger. Bekanntlich stirbt die Hoffnung ja zuletzt.
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