Freunde von Saint Saturnin

Dieses Emblem, das bis heute das Zeichen für die Verschwisterung zwischen Saint Saturnin und Jettenbach ist, wurde im Jahr 1979 von der Schülerin Sylvie Murat entworfen.

„Verein der Freunde von Saint Saturnin“ in Jettenbach

Gründung: 16. November 1979

Vereinsmitgliedschaft:

  • Mitglied kann jeder Bürger der Gemeinde Jettenbach werden.
  • Anderen Personen soll der Beitritt ermöglicht werden, wenn die Ziele des Vereins in irgendeiner Form unterstützt werden.
  • Über Aufnahme entscheidet Vorstandschaft.
  • Beendigung der Mitgliedschaft durch schriftliche Austrittserklärung, Tod oder Ausschluss nach Beschluss durch die Mitgliederversammlung

 

Organe des Vereins:

Mitgliederversammlung

  • mind. einmal pro Jahr Ordentliche Mitgliederversammlung mit Jahresbericht und Entlastung von Kassier und Vorstandschaft
  • Wahl der Vorstandschaft in sechsjährigem Rhythmus
  • Entscheidung über Beitragshöhe und Satzungsänderungen

Vorstand

  • Der Vorstand besteht aus einem Geschäftsführer und dem Beirat
  • Der Beirat wird ab 2026 für die Dauer von drei Jahren durch die Mitgliederversammlung gewählt
  • Den Vorsitz führt der Geschäftsführer

Geschäftsführer:

  • Geschäftsführer ist der amtierende Bürgermeister der Gemeinde

Beirat:

  • 8 Vereinsmitglieder (davon wird ein Mitglied als Sekretär gewählt)
  • Kassenverwalter
  • Schriftführer

 

Ziel & Zweck des Vereins:

„Der Verein setzt sich zum Ziel, den 1978 in Jettenbach und 1979 in Saint Saturnin feierlich geschlossenen Freundschaftsbund unserer Gemeinden mit Leben zu erfüllen.“

 

Aktivitäten des Vereins:

  • Organisation der offiziellen Besuche in die und aus der Partnergemeinde
  • Unterbringung der französischen Gäste in den Gastfamilien
  • Unterstützung der Mitglieder bei der Kontaktaufnahme mit den französischen Freunden
  • Veranstaltung (im 2-Jahresrhythmus) eines frz. Weinfestes mit Boule-Turnier
  • Beteiligung am Ferienprogramm der Gemeinde Jettenbach

 

Verschwisterung

Jettenbach ist seit dem Jahr 1978 als eine der kleinsten Gemeinden Deutschlands mit dem Ort Saint Saturnin in der Auvergne/Frankreich verschwistert. Seitdem haben zahlreiche offizielle und private Besuche und Aktivitäten stattgefunden.

Das Besondere an dieser Verschwisterung ist, dass sie in hohem Maße von den Einwohnern der beiden Gemeinden getragen wird und auf persönlichen Kontakten und privatem Austausch basiert. Die Gäste wurden von Beginn an bei Gastfamilien untergebracht, so dass im Laufe der Jahre auch viele private Freundschaften geschlossen wurden.

Viele Jettenbacher sind bereits seit ihrer Kindheit oder Jugend mit der Verschwisterung und Saint Saturnin eng verbunden.

Ja, wie fing eigentlich alles an? Das ist eine wichtige Frage. Immerhin sind seit den ersten Bemühungen um eine Verschwisterung fast dreiundzwanzig Jahre vergangen.

 

Damals war der Gedanke, ein in Freundschaft vereintes Europa zu schaffen, schon nicht mehr ganz neu, aber es liegt ja immer eine gewisse Zeit zwischen Wunsch und Verwirklichung. So hatten zwar schon die meisten großen Städte und eine große Zahl mittlerer Kommunen ihre Partner im europäischen Ausland gefunden. Aber die Dörfer hatte diese Entwicklung verständlicherweise noch nicht erreicht. Immer aber gibt es in Zeiten des Umbruchs besondere Menschen, die sich als Wegbereiter sehen und charismatisch ihre Mitmenschen beeinflussen.

 

Ein solcher Mensch war Gabriel Usclade. Er hatte die Schrecken des großen Krieges noch vor Augen. Deshalb wollte er mithelfen, den Menschen der damaligen Zeit zugleich aber auch allen zukünftigen Generationen ein nochmaliges derart grausames Erleben zu ersparen. Er wollte dazu beitragen, eine Freundschaft zu den deut­schen Nachbarn zu schaffen und, seinen Möglichkeiten entsprechend, zum Aufbau eines vereinten Europas beizutragen, dessen glühender Befürworter er war.

 

Als Bürgermeister eines kleinen Dorfes in der Auvergne schrieb er also Ende 1974 an die Kommunalpolitische Vereinigung der CSU und bat um den Nachweis einer passenden Gemeinde in Bayern, die sich für eine Verschwisterung eignet. Am 4.2.75 wiederholte er seine Bitte und schilderte „seinen“ Ort Saint-Saturnin, dem er als „Maire“ vorstand.

 

Dazu gehörte Mut, sehr viel Mut und Selbstbewusstsein, denn die Erinnerung an die bisherige Feindschaft war allenthalben noch wach und saß tief in manchen Herzen. Hinzu kamen auch die zu erwartenden erheblichen Schwierigkeiten mit der fremden Sprache der zukünftigen Partner.

 

Gabriel Usclade ging aber auch noch andere Wege, um sein Ziel zu erreichen. Als Präsident des „Lions-Clubs“ lud er Erzherzog Otto von Habsburg zu einem Vortrag über Europa nach Clermond-Ferrand ein. Er bat ihn bei dieser Gelegenheit um Benennung eines passenden bayrischen Dorfes für eine „Jumelage“.

 

Aber was nützt eine Schraube, wenn die passende Mutter dazu fehlt? Zu einer Hochzeit gehören immer zwei! Doch das Schicksal war Usclades Vorhaben günstig gesinnt. Denn im Mai 1975 machten etliche bayrische Kommunal­politiker eine Informationsreise nach Frankreich. Unter ihnen war Georg Köllerer, der Bürgermeister von Jettenbach, einer kleinen Ortschaft am Inn. Und dieser Georg Köllerer hatte die gleiche Courage wie Gabriel Usclade. Als er erfuhr, dass sich bis dahin alle darauf angesprochenen Gemeinden gesträubt hatten, eine Verschwisterung zu wagen, hielt er es für ein Unding, die zur Versöhnung ausgestreckte Hand zurückzuweisen. So schrieb er denn am 3. 10.75 an R. Baumgärtel von der „Kommunalpolitischen Vereinigung“ der CSU, schickte Fotos und machte das Angebot, den „mutigen Franzosen die Hände zur Freundschaft zu reichen“.

 

Schon am 20.11.75 schrieb G. Usclade an G. Köllerer, dass er dessen Fotos und Adresse von Otto von Habsburg erhalten hat, und gab eine Schilderung von St.-Saturnin. Einige Briefe gingen hin und her. Ostern 1976 machte Gabriel Usclade mit Frau und Tochter einen Besuch bei Köllerers in Jettenbach, den Herr und Frau Köllerer ein Jahr später erwiderten. Gemeinsam besuchte man den Kongress der „Internationalen Bürgermeister-Union“ in Salzburg.

 

Als die Gemeinderäte von Saint-Saturnin und Jettenbach einer Verschwisterung zustimmmten, war es soweit. Am 26. August 1978 wurden in Jettenbach die Urkunden für den Freundschaftsbund unterzeichnet. Und am 15. Juli 1979 fanden die Verschwisterungsfeierlichkeiten in Saint­-Satumin statt.

 

Der Anfang für eine gute, fruchtbare Freundschaft war gemacht. Zwei kleine Orte sind seitdem wie Geschwister miteinander verbunden.

 

(Quelle: Chronik „REVUE 1978 – 1998“ von Ruth und Gernot Hagel, 1998)

Eh bien, comment tout a-t-il donc commencé? C’est une question importante. Toujours est-il que depuis les premières tentatives d’un jumelage presque vingt-trois ans se sont écoulés.

 

À l’époque la pensée de créer une Europe unie en amitié n’était plus tout à fait nouvelle, mais il s’écoule toujours un certain laps de temps entre le désir et sa réalisation. Certes, déjà la majorité des grandes villes et un bon nombre de communes moyennes avaient trouvé leur partenaire en pays étranger européen. Mais ce developpement – c’est compréhensible – n’avait pas encore atteint les petits villages. Cependant il y a toujours aux époques de bouleversements des hommes exceptionnels, qui se considèrent comme des précurseurs et qui par leur charisme influencent leurs compatriotes.

 

Gabriel Usclade fut un tel homme. II avait encore devant ses yeux les terreurs de la grande guerre. C’est pourquoi qu‘ il voulait apporter son aide pour éviter aux hommes de son époque, mais en même temps à toutes les générations futures, une expérience aussi cruelle. II voulait contribuer à ce qu’une amitié se crée avec les voisins allemands et donner – selon ses possibilités – sa contribution à la construction de l’Europe unie, dont il était un fervent partisan.

 

En tant que maire d’un petit village d’Auvergne il écrivit donc fin 1974 à l’Association Communale de la CSU pour les prier de lui indiquer une commune de Bavière qui se prête à un jumelage. Le 4 février 1975 il renouvela sa demande et décrivit son village de Saint-Saturnin, qu’il présidait en tant que maire.

 

II en a fallu du courage, beaucoup de courage et d’assurance, car le souvenir de l’hostilité de jadis était encore partout éveillé et profondément ancré dans le cœur de certains. S’y ajoutèrent aussi les énormes difficultés attendues avec la pratique de la langue étrangère des futurs partenaires.

 

Mais Gabriel Usclade emprunta également un autre chemin pour arriver à son but. En tant que président du „Lions Club“ il invita l’archiduc Otto von Habsburg à une conférence sur l’Europe à Clermont-Ferrand. A cette occasion il le pria de lui indiquer un village bavarois qui convienne à un jumelage.

 

Mais à quoi sert une vis si l’écrou adapté manque? Pour un mariage il faut toujours être deux. Cependant la destinée était favorable au projet de M. Usclade. En effet en mai 1975 de nombreux hommes politiques municipaux bavarois firent un voyage d’information en France. Parmis eux se trouvait M. Georg Köllerer, maire de Jettenbach, d‘ un petit village sur l’Inn. Et ce M. Georg Köllerer avait le même courage que M. Gabriel Usclade. Lorsqu’il apprit qu’aucune des communes sollicitées n’avait osé accepter le jumelage, il trouva absurde de refuser la main tendue vers la réconciliation. Alors il écrivit le 3 octobre 1975 à M. R. Baumgärtl de l’Association Communale de la CSU, envoya des photos et offrit à „tendre aux Français courageux les mains de l’amitié“.

 

Déjà le 20 novembre 1975, M. Gabriel Usclade écrivit à Georg Köllerer qu’il avait reçu ses photos et son adresse par l’intermédiaire de M. Otto von Habsburg, et il donna une description de Saint-Saturnin. Quelques lettres s’échangèrent. À Pâques 1976, M. Gabriel Usclade avec sa femme et sa fille firent une visite aux Köllerer à Jettenbach, visite que rendirent M. et Mme Köllerer l’année suivante. Ensemble ils assistèrent au Congrès de „L’Union Internationale des Maires“ à Salzbourg.

 

Lorsque les conseillers municipaux de Saint Satumin et de Jettenbach approuvèrent le jumelage, l’affaire fut bouclée. Le 26 aout 1978 on signa à Jettenbach les documents de l’alliance amicale. Et le 15 juillet 1979 eurent lieu les festivités de jumelage à Saint-Saturnin.

 

Ce fut le début d’une amitié bonne et fertile. Depuis deux petits villages sont liés comme frère et sœur.

 

1976
Privater Besuch von Fam. Usclade bei Fam. Köllerer in Jettenbach
1977
Erster privater Besuch von Hr. Köllerer in St. Saturnin
1978
Bürgermeisterkongress in Salzburg
1978
26.-27.08.
Verschwisterungsfeierlichkeiten in Jettenbach
1979
13.-15.07.
1. Besuch der Jettenbacher in St. Saturnin – Verschwisterungsfeierlichkeiten
1980
24.-26.05.
Pfingstbesuch aus St. Saturnin in Jettenbach
1980
30.08.-01.09.
Besuch von französischen Jugendlichen im Pfadfinderhof in Grafengars
1981
05.-08.06.
Besuch in St. Saturnin (bayerische Volkstänze)
1981
01.-13.08.
Besuch der französischen Kinder in Jettenbach
1982
19.-23.04.
Osterbesuch der Jettenbacher Landjugend in St. Saturnin
1982
03.-10.08.
Zugfahrt von Jettenbacher Kindern/Jugendlichen nach St. Saturnin
1983
21.-23.05.
Besuch in Jettenbach (Ehrenmedaille d. Gemeinde Jettenbach an Hr. Usclade)
1984
08.-11.06.
Besuch in St. Saturnin
1985
14.-21.06.
Besuch der französischen Schulkinder in Jettenbach (Unterbringung in Familien)
1986
17.-21.05.
Besuch in St. Saturnin
1987
06.-08.06.
Pfingstbesuch in Jettenbach
1988
20.-24.05.
10-jähriges Verschwisterungsjubiläum in St. Saturnin (Fußballspiel, Feier im Schloss)
1990
24.-27.05
Besuch in Jettenbach
1992
Pfingsten
Besuch in St. Saturnin (Volleyball)
1993
Pfingsten
Besuch in Jettenbach
1994
01.-10.05.
Besuch der französischen Schulkinder im Pfadfinderhof
1995
08.-13.10.
„Tour d’Auvergne“ (private Wanderung)
1996
25.-28.05.
Besuch in St. Saturnin
1997
04.-07.08.
Private Bergwanderung in den Alpen
1997
15.-22.08.
Radtour von St. Saturnin nach Jettenbach
1998
08.-10.05.
20-jähriges Verschwisterungsjubiläum in Jettenbach Einweihung „Platz der Freundschaft“ Festschrift „REVUE 1978-1998“
1999
Pfingsten
Besuch der Jettenbacher Landjugend in St. Saturnin
2000
09.-12.06
Besuch in St. Saturnin
2000
02.07.
Delegation aus St. Saturnin beim 125-jährigen Gründungsfest der FFW Jettenbach
2002
08.-12.05.
Besuch in Jettenbach
2003
21.-25.08.
25-jähriges Verschwisterungsjubiläum in St. Saturnin
Radtour von Jettenbach nach St. Saturnin Bayerischer Abend mit Bier und Spezialitäten / Französischer Abend
2005
14.-18.07
Besuch in Jettenbach
2008
16.-19.05.
30-jähriges Verschwisterungsjubiläum in Saint Saturnin (Vorträge & Veranstaltung im Schloss von Marand)
2008
28.09.-01.10.
Bergwanderung im Kaisertal
2009
10.-14.07.
Besuch in Jettenbach
2009
Juli
4 französische Jugendliche verbringen 2 Wochen bei Jettenbacher Familien
2010
August
Fuß- und Radwanderungen in der Auvergne (Fam. Wild & Fischer)
2012
24.-27.08.
Besuch in St. Saturnin
2014
11.-15.07.
Besuch in Jettenbach
2016
11.-19.08.
Radtour von Jettenbach nach St. Saturnin
2016
19.-22.08.
Besuch in St. Saturnin
2018
24.-28.08.
40-jähriges Verschwisterungsjubiläum in Jettenbach
2023
25.-28.08.
Besuch in St. Saturnin
2025
30.04.-04.05.
Besuch in Jettenbach mit Erneuerung der Verschwisterung
aktuelles_25_014
Freunde von Saint Saturnin
16. Juni 2025
16. Juni 2025
Der ausführliche Bericht zum Besuch unserer französischen Freunde steht in der nachfolgenden Datei zum Download bereit:
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Freunde von Saint Saturnin
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Einen äußerst herzlichen Empfang bereiteten den Jettenbacher Freunden von Saint-Saturnin die französischen Gastfamilien ...
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