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Der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ist die höchste Verdienstauszeichnung, die der Staat für besonders herausragendes Engagement im politischen, wirtschaftlichen, ehrenamtlichen, geistigen oder kulturellen Bereich vergibt. Er wird an Menschen verliehen, die sich weit über das übliche Maß hinaus für ihre Mitmenschen und für das Gemeinwohl einsetzen. Einer dieser besonders herausragenden Persönlichkeiten ist Bernhard Hanneken aus Jettenbach. Er wurde am 15. Mai in Weimar von Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow für seine vielfältigen Verdienste um die Folkmusik in Deutschland mit dem Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland am Bande geehrt.
"Ein kulturelles Ereignis von solch internationaler Bedeutung zu schaffen, damit kulturelle und wirtschaftliche Impulse gleichermaßen zu setzen und darüber hinaus die lokale Gemeinschaft zu stärken, ist nahezu einzigartig. Mit seinem Einsatz für die Sichtbarkeit von Folk- und Weltmusik hat Bernhard Hanneken (links) das Festival zu einem internationalen Aushängeschild für Thüringen gemacht", sagte Ministerpräsident Ramelow (rechts) in seiner Rede. Für Hanneken ist das Bundesverdienstkreuz der Höhepunkt seines künstlerischen Schaffens. Erst vergangenes Jahr im Juli bekam er für seine CD-Edition "Deutschfolk" den "Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik" überreicht.
Trotz seiner Erfolge ist er bodenständig geblieben und weiß die Unterstützung all jener sehr zu schätzen, die ihm stets zur Seite stehen. Allen voran seine Ehefrau Ulrike Zöller, die mit ihm die Leidenschaft für Musik, Tradition und andere Länder teilt. Sein großer Dank gilt auch der Stadt Rudolstadt und dem ganzen Festival-Team. "Der Verdienstorden ist unser aller Verdienst", sagt der Jettenbacher, der am 8. Juni 1953 in Esterwegen geboren wurde und in Leverkusen aufwuchs. Heute lebt er mit seiner Ehefrau Ulrike in Jettenbach.
Die Musik war schon immer seine große Leidenschaft, doch sein Hobby zum Beruf machen kam für ihn in jungen Jahren nicht infrage. "Ich dachte, dass dann der ganze Spaß verloren ginge", erinnert er sich. Deshalb machte er nach seinem Abitur erst einmal eine Ausbildung zum Datenverarbeitungskaufmann. Danach arbeitete er bis 1993 als Programmierer an der Uni in Bonn. Im gleichen Jahr wagte er den Schritt in die Selbstständigkeit und arbeitet seitdem freiberuflich als Autor, Journalist, Festivalmacher und Labelinhaber von "No Ethno".
Bereits 1979 wurde er Chefredakteur des westdeutschen Szeneblatts "FolkMICHEL", aus dem das Magazin "Folker" entstand. Der "Folker" zählt heute zu Deutschlands größtem Printmedium im Bereich Folk, traditionelle Volksmusik und anspruchsvollen deutschsprachigen Liedern und Weltmusik. Ab 1982 produzierte Hanneken Sendungen für den WDR. Gemeinsam mit dem Herausgeber des Folker Magazins Mike Kamp beschloss er Anfang der 1980er-Jahre, auch den Liedern in der DDR Aufmerksamkeit zu schenken. Schließlich ist Folkmusik nicht nur ein West-Thema, sondern ein Welt-Thema, das keine Grenzen kennt. Ab 1983 zog es Hanneken etwa zweimal pro Jahr in den Osten Deutschlands. Kein leichtes Unterfangen, aber der Musikbegeisterte "Wessi" nahm sämtliche Herausforderungen auf sich. So auch die Blicke der Stasi, die auf jeden gerichtet waren, der nicht Teil des Systems war. Außer der Folkmusik hatte Hanneken keinen Bezug in die DDR. Bei seinen Besuchen in den Osten wurde er auf ein Tanzfest in Rudolstadt aufmerksam. Dieses gab es schon seit Mitte der 1950er-Jahre und war immer ein Aushängeschild der Stadt.
Man wollte frischen Wind hineinbringen. Hanneken war der perfekte Mann für Veränderungen, und so gab es wenige Wochen nach der Wiedervereinigung Deutschlands ein Treffen in Rudolstadt, wo ein neues Konzept vorgestellt wurde. Dieses wurde erstmalig im Juli 1991 umgesetzt und somit die Geburtsstunde des "Rudolstadt-Festivals" besiegelt. Hanneken ist seit der ersten Stunde Künstlerischer Leiter dieses riesigen Musik-Events, das sich im Laufe der Jahre zur größten Veranstaltung für Folk-Roots-, und Weltmusik in Deutschland entwickelte. Die Musik brachte er unter anderem auch nach Frankfurt/Oder. Dort war er von 2004 bis 2021 Kurator des deutsch-polnischen Festivals "Transvocale".
Die Folkmusik führt Hanneken durch die ganze Welt. Sein Herzstück: Melodien und Texte traditioneller Volksmusik, bei der auch die traditionellen Instrumente nicht fehlen dürfen. Anfang Juli findet wieder das spektakuläre Musikfestival in Rudolstadt statt. Dann steht vier Tage lang alles im Zeichen von Folk-Roots-, und Weltmusik. In dieser Zeit wird es 280 Veranstaltungen mit etwa 1200 Musikern aus der ganzen Welt geben. Für Hanneken Jahr für Jahr eine riesige Herausforderung, doch ans Aufhören denkt er noch lange nicht. Sein Glücksgeheimnis: "Ich denke, ganz wichtig ist, dass man für sich selbst bestimmen sollte, wann der richtige Zeitpunkt für Veränderungen ist. Wenn man unglücklich ist mit dem, was man tut, dann sollte man das beenden und das machen, was einen glücklich macht", sagt der 71-Jährige. "Ich hatte das große Glück in meinem Leben, dass ich zwei meiner großen Leidenschaften, Reisen und Musik, miteinander verbinden konnte. Für mich bedeutete Leben auch immer lernen. Die Beschäftigung mit der Musik aus aller Welt war für mich schon immer eine große Möglichkeit, etwas über andere Kulturen und andere Traditionen zu erleben", setzt er fort und macht damit deutlich, dass Musik eine wunderbare Möglichkeit ist, die Menschen auf der ganzen Welt miteinander zu verbinden.
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